Zigarrenrohtabak-Ballen
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√úbersicht: Herstellung von Zigarrentabak und Tabak f√ľr lange Pfeifen

Zigarrentabake und Tabake f√ľr lange Pfeifen (hier verk√ľrzt "Zigarrentabak" genannt) haben im Unterschied zu Zigaretten einen alkalischen Rauch, der aus einem sehr geringen Zucker- und St√§rkegehalt des Blattes resultiert. Durch die Sortenwahl und Pflege wird diese Eigenschaft beeinflusst. Hier ein √úberblick:

1. Sortenwahl
Als Zigarrentabake kommen alle sogenannten "dunklen luftgetrockneten Tabake" (DLT) in Frage. Dies sind meist dunkle deutsche Z√ľchtungen, die teilweise bereits vor √ľber 100 Jahren begonnen wurden. Zu ihnen z√§hlen die sehr alte Landsorte Badischer Geudertheimer sowie dessen Hochz√ľchtung Adonis mit sehr geringem Nikotingehalt, die blauschimmelresistenten Neuz√ľchtungen Pereg und Pergeu sowie Fogeu und "Rot Front" Korso, eine ehemals in der DDR angebaute und heute besonders in √Ėsterreich verbreitete Sorte. Die Sorte "Lorscher Zigarrendeckblatt" ist ebenfalls ein traditioneller DLT, der zur Herstellung besonders seidiger Bl√§tter hochgez√ľchtet wurde. Schlie√ülich geh√∂ren alle Havanna-Sorten dazu, etwa Havanna Z992 mit geringem Nikotingehalt.
Der Vorteil der DLT-Sorten liegt in ihrer fermentationsfreien Verwendung, wenn die Bl√§tter langsam √ľber mindestens 1 Jahr getrocknet werden. Sie haben au√üerdem alle ihre eigenen Geschmacksnuancen und k√∂nnen beliebig gemischt werden.

2. Pflege der Tabakpflanzen
Wie im Wissenspool beschrieben, sollten Tabakpflanzen "gek√∂pft", also die Bl√ľtenst√§nde abgeschnitten werden, die sonst den Pflanzenstoffwechsel auf sich ausrichten und den Bl√§ttern so wertvolle Inhaltsstoffe entziehen. Zigarrentabake werden dabei besonders tief gek√∂pft, also schon fr√ľhzeitig, bevor sich der erste Bl√ľtenstand entwickelt hat.
Bitte vergessen Sie nicht das Geizen wie im Wissenspool beschrieben: Wenige Tage nach dem K√∂pfen bilden sich an den obersten Blattansatzstellen sogenannte Geize, die sich zu "Ersatzbl√ľten" weiterentwickeln w√ľrden. Sie m√ľssen seitlich herausgebrochen werden. Daf√ľr m√ľssen alle Tabakpflanzen im Abstand von wenigen Tagen durchgesehen werden.
Achten Sie beim K√∂pfen auch darauf, dass keine Bl√ľten auf den Bl√§ttern liegen bleiben. Derartige Reste entwickeln sich erfahrungsgem√§√ü zum N√§hrboden f√ľr bakterielle Krankheiten.

3. Ernte der Tabakblätter
Zigarrentabake werden in der Regel relativ lang (3 Monate und mehr) getrocknet und sollten in vorreifem Zustand geerntet werden, wenn sie also noch gr√ľn sind und gerade beginnen, sich heller zu verf√§rben. Auf diese Weise wird schon bei der Ernte der Zucker- und St√§rkegehalt des Blattes niedrig gehalten, der erst beim Reifen (Gelbwerden) besonders stark ansteigt: Absterbende Bl√§tter k√∂nnen Zucker und St√§rke kaum noch aus eigener Kraft abbauen.

4. Trocknung
Als Daumenregel gilt: Zigarrentabake sollen so langsam und lange wie m√∂glich getrocknet werden, auch dadurch wird der Abbau von Restzuckerstoffen gef√∂rdert. Der beste Rauchgeschmack stellt sich bei anschlie√üender, relativ lang andauernder Fermentation ein (14 Tage und mehr), gute Zigarrentabake werden mit 2-w√∂chigem Lagerungsabstand (oft in der K√ľhlkammer) mehrfach hintereinander fermentiert. Nat√ľrlich kann auch Zigarrentabak aromatisiert werden, Sie sollten dazu jedoch ausschlie√ülich DLT-Sorten verwenden, da die Havanna-Sorten ein zu starkes Eigenaroma haben. Bei So√üierung sollte au√üerdem weniger Zucker als in unserem Rezept im Wissenspool angegeben verwendet werden, da dieser sich st√∂rend auf den Rauchgeschmack auswirkt.

5. Weiterverarbeitung
Anleitungen und Tipps zur Zigarrenherstellung erhalten Sie hier im Wissenspool.

Zusammenfassend beachten Sie bitte folgende Grunds√§tze f√ľr Zigarrentabake:

Weitere Infos im Tabakanbau-Forum

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